Erdäpfel sind die Lieblingsbeilage der Österreicher
Die "Heurigen" sind wieder da
Frühkartoffeln, sogenannte "Heurige", sind eine kulinarische
Spezialität und sind seit kurzem wieder im heimischen Lebensmittelhandel
erhältlich. "Heurige" sind nicht nur besonders schmackhaft,
sondern auch besonders gesund. Für die Produktion dieser köstlichen
Knolle brauchen die Erzeuger besonderes Fingerspitzengefühl und
Fachwissen.
"Heurigen" - Produktion erfordert Fingerspitzengefühl
Mit verschiedenen mehr oder weniger aufwendigen Maßnahmen wird
in der Produktion von "Heurigen" eine Ernteverfrühung
herbeigeführt, die eine Kartoffelernte bereits Ende Mai, Anfang
Juni ermöglicht. Dafür wird bereits im Winter Pflanzgut in
Kleinkisten eingebracht und durch entsprechende Temperatur- und Lichtsteuerung
der Keimungsprozess in Gang gesetzt. So kommen die Pflänzchen bereits
mit deutlichem Vegetationsvorsprung in die Erde.
Der eigentliche Anbau erfolgt dann mit eigenen Legemaschinen - bereits
4-6 Wochen vor den normalen Speise- und Industriekartoffeln - direkt
aus den Kleinkisten heraus. Um eine zusätzliche Verfrühung
der Ernte zu erreichen, werden die Flächen teilweise mit Vlies
abgedeckt, um darunter möglichst günstige Bedingungen für
eine rasche Vegetationsentwicklung sicherzustellen. Einige Wochen vor
der Ernte wird das Vlies dann entfernt.
In Österreich werden traditionelle, dem Konsumenten vertraute Frühkartoffelsorten
angebaut, die im Juni und Juli geerntet werden.
Frühkartoffeln sind eine kulinarische Spezialität
"Heurige sind ungeschält genießbar, weisen eine erntefrische
Qualität ohne lange Transportwege auf, verfügen über
eine weichere Konsistenz, butterfeines Aroma, geringeren Stärke-
und noch höheren Vitamingehalt als Lagererdäpfel. Zudem werden
sie besonders schonend geerntet. Frische und sachgerechte Ernte ist
vor allem deshalb wichtig, da durch die lose Schale auch eine kürzere
Haltbarkeit gegeben ist. Die Heurigen sind eben in jeder Hinsicht etwas
Besonderes und eine absolute kulinarische Spezialität".
In der Qualitätsklassenverordnung findet sich als Definition
für Frühkartoffeln ("Heurige"):
Frühkartoffeln der neuen Ernte, die vor dem 10. August erstmals
in Verkehr gebracht werden und zum unmittelbaren Verbrauch durch den
Menschen bestimmt sind.
Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 53 Kilo jährlich
Die Österreicher geben den Erdäpfeln - egal ob frühe
oder späte - als Beilage eindeutig den Vorzug. Eine Untersuchung
von AC Nielsen (Handel ohne Hofer) hat ergeben, dass 2004 etwa 71.000
Tonnen Erdäpfel über die Ladentische der Lebensmittelhändler
gingen, aber nur 32.500 Tonnen Nudeln und 15.000 Tonnen Reis. Ausgehend
von der gesamten Produktion konsumiert ein statistischer Durchschnitts-Österreicher
rund 53 Kilo Erdäpfel pro Jahr. Einen klaren Zusammenhang gib es
auch zwischen Größe der Haushalte und Alter der Haushaltsführer.
Je älter und kleiner der Haushalt, umso größer der Erdäpfel-Verbrauch.
Als besonders eifrige Kartoffeleinkäufer erweisen sich laut RollAMA
(rollierende Agrarmarktanalyse) die Kärntner mit 18,6 Kilo pro
Kopf und Jahr, knapp gefolgt von den Tirolern mit 18,3 kg.
Niederösterreich hat größtes Erdäpfel-Anbaugebiet
In Oberösterreich findet die gesamte Erdäpfelproduktion auf
rund 1.900 Hektar statt, Wegen der kostenintensiven Produktion von Frühkartoffeln
und den sinkenden Erzeugerpreisen geht die Anbaufläche aber seit
Jahren etwas zurück.
15% Umsatzplus mit Erdäpfeln im Lebensmittelhandel
Im Jahr 2003 gingen noch rund 78.000 Tonnen Erdäpfel über
den Ladentisch. Im Jahr 2004 verkaufte der Lebensmitteleinzelhandel
bereits 90.000 Tonnen. Dies entspricht einem Zuwachs von 15%. Der Selbstversorgungsgrad
mit Kartoffeln liegt in Österreich bei ca. 90%. Die größten
Importmengen kommen aus Ägypten, Israel und Zypern, später
im Jahr dann auch aus Italien und Spanien.

Quelle: RollAMA / AMA Marketing |

Quelle: RollAMA (Erdäpfel) / ACNielsen MarketTrack
03/04 (Nudeln/Reis) |

Quelle: RollAMA / AMA Marketing |

Quelle: RollAMA / AMA Marketing |

Quelle: RollAMA / AMA Marketing |
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